August, 2019 | Fragen zur Männergesundheit

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Das Fatigue Syndrom

Zusammenfassung: Bleierne Müdigkeit bis zur Bewegungsunfähigkeit – das ist nur ein Teil der Symptome des Chronischen Erschöpfungssyndroms. Für Betroffene bedeutet die Erkrankung häufig eine völlige Veränderung ihres bisherigen Lebens. Bis heute gehört CFS zu den letzten großen Krankheiten, die kaum erforscht sind.

Inhaltsverzeichnis

Worum handelt es sich beim Fatigue Syndrom?

Das Wort Fatigue (ausgesprochen: “Fatieg”) kommt aus dem Französischen und bedeutet Erschöpfung oder Müdigkeit. Wir alle kennen durch Überanstrengung oder Schlafmangel hervorgerufene körperliche und mentale Erschöpfungszustände. Bei Gesunden ist dieser Zustand reversibel. Das heißt, dass wir durch ausreichend Erholung und Schlaf schnell wieder fit und energetisch sind. Doch bei Betroffenen des Fatigue Syndroms verschwindet das Gefühl der Erschöpfung nicht – ganz gleich wie viel Ruhe und Schlaf sie sich gönnen. Dadurch sind Alltag und Lebensqualität stark beeinträchtigt. Häufig tritt das Fatigue Syndrom als Begleiterscheinung von chronischen Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Krebserkrankungen auf. Es kann aber auch in einem Mangel an roten Blutkörperchen (Anämie) oder Schilddrüsenfunktionsstörungen begründet sein. Dann ist das Fatigue Syndrom gut behandelbar.

Welche Symptome treten beim Fatigue Syndrom auf?

Als Syndrom bezeichnet man in der Medizin eine Ansammlung verschiedener Symptome (Symptomkomplex). Betroffene des Fatigue Syndroms leiden an extremen Müdigkeit, obwohl sie genug Schlaf bekommen. Bereits Alltagsaktivitäten führen zu einer unverhältnismäßigen Erschöpfung. Die Energiereserven sind schnell aufgebraucht und auch trotz des erhöhten Ruhebedürfnis nicht wieder aufzufüllen. Im Rahmen des Fatigue Syndroms können die folgenden Symptome auftreten:

  • schnelle Erschöpfbarkeit
  • Gefühl der Schwäche
  • Antriebsstörung, Mangel an Motivation
  • Müdigkeit, Energiemangel, gesteigertes Ruhebedürnis
  • reduzierte körperliche Belastbarkeit
  • gestörtes Schlafverhalten
  • Konzentrationsstörung

Diese Beschwerden können sehr belastend sein und die Alltagsaktivität je nach Schwere einschränken. Durch die andauernde Mattheit und dem Gefühl der Energielosigkeit fällt es den Betroffenen schwer, ihren Alltag zu bestreiten.

Was ist die Ursache des Fatigue Symptoms?

Der Symptomkomplex der Fatigue kann verschiedene Ursachen haben.

Fatigue als Begleiterkrankung: Im Rahmen verschiedener Erkrankungen tritt das Fatigue Syndrom als Begleiterkrankung auf. Sehr häufig betroffen sind Menschen, die an Krebs erkrankt sind. Hier tritt bei bis zu neunzig Prozent der Erkrankten das Erschöpfungssyndrom auf. Bei neurologischen Erkrankungen wie Morbus Parkinson und Multipler Sklerose (MS) leiden schätzungsweise fünfzig Prozent an einer Fatigue. Weitere chronische Erkrankungen bei denen Fatigue auftritt sind:

  • rheumatoide Arthritis (Rheuma)
  • Lupus erythematodes
  • Aids, HIV

Ist jedoch keine neurologische Erkrankung oder Krebserkrankung bekannt, sollten die folgenden möglichen Ursachen für das Fatigue Syndrom abgeklärt werden:

Fatigue als Symptom bei folgenden Erkrankungen:

  • Blutarmut (Anämie), zum Beispiel durch Eisenmangel
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Schlafstörungen nächtliche Atemaussetzer (Schlafapnoe-Syndrom)
  • Mangelernährung
  • chronisches Schmerzsyndrom

Was hilft bei Fatigue?

Leider wird das Fatigue Syndrom selten behandelt, obwohl es für die Betroffenen sehr belastend ist. Zunächst gilt es die Ursache der Fatigue herauszufinden oder eine Depression auszuschließen. Denn behandelt man die Grunderkrankung, wie beispielsweise eine Anämie, Schilddrüsenerkrankungen oder das Schlafapnoe-Syndrom, wird auch die Fatigue besser. Bei Tumorpatienten steht die Aufklärung im Vordergrund. Häufig beginnt die Fatigue drei bis vier Tage nach Beginn der Chemotherapie. Da es sich aber bei Tumorpatienten um ein multifaktorielles Geschehen handelt, ist die Fatigue nicht so leicht zu behandeln. Wenn du selbst am Fatigue-Syndrom leidest, helfen dir folgende Tipps:

  • lege mehr Ruhepausen am Tag ein. Das hilft dir mit der Fatigue zurechtzukommen
  • eine bewusste Ernährung
  • körperliches Training ist wichtig! Leichte Ausdauersportarten wie Nordic Walking oder Fahrradfahren eignen sich um deine Belastbarkeit zu steigern und lindert deine Fatigue
  • Flüssigkeitsmangel kann die Fatigue verstärken. Daher immer ausreichend trinken!
  • es gibt spezifische Rehabilitationsmaßnahmen bei denen du lernst, deine verfügbaren Energien effektiv einzusetzen
  • tut dir Kühle gut? Manche Fatigue-Betroffene sind wärmeempfindlich. Kalte Nackentücher oder Kühlwesten schaffen Abhilfe bei Hitze

Kann das Fatigue Syndrom bei Reizdarm auftreten?

Ja. Neben den typischen Magen-Darm-Beschwerden (gastrointestinale Beschwerden) leiden eine Vielzahl von Reizdarm-Patienten an sogenannten extraintestinalen (nicht den Verdauungstrakt betreffenden) Beschwerden. Neben Depression und Angstzuständen tritt Fatigue bei Reizdarm auf. Schätzungsweise sind zwischen vierzig und achtzig Prozent der Reizdarmpatienten von dem Müdigkeitssyndrom betroffen. Die geistige Müdigkeit und körperliche Erschöpfung kann kurzzeitig (akut) oder dauerhaft (chronisch) auftreten. Ob das Fatigue Syndrom bei Reizdarm über eine entsprechende Ernährungstherapie verbessert wird, ist noch unklar. Auch die genauen Entstehungsmechanismen sind noch weitgehend ungeklärt.

Wie entsteht das Fatigue-Syndrom?

Die zugrunde liegende Ursache des Fatigue Syndroms ist vielseitig. Bei den meisten Grunderkrankungen ist bisher noch nicht abschließend geklärt, warum es zu einem Erschöpfungssyndrom kommt. Vermutlich wirken verschiedene Faktoren zusammen. Bei manchen Ursachen ist die Entstehung der Fatigue hingegen klar. Liegt das Fatigue-Syndrom beispielsweise aufgrund einer Blutarmut (Anämie) vor, haben wir zu wenige rote Blutkörperchen, die Sauerstoff zum Gewebe transportieren. Dadurch werden Gehirn und Muskelzellen nicht mit ausreichend Sauerstoff versorgt. Wir fühlen uns müde und schnell erschöpft. Liegt ein Fatigue Syndrom ohne bekannte Vorerkrankung vor, sollte daher immer eine Blutuntersuchung durchgeführt werden. Beim Schlafapnoe-Syndrom liegt eine mangelnde Sauerstoffversorgung des Körpers während des Schlafs vor. Die nächtlichen Atemaussetzer bewirken unbewusste Weckreaktionen. Dadurch ist der Schlaf nicht erholsam. Es kommt zur Tagesmüdigkeit.

Was ist das chronische Erschöpfungssyndrom?

Das chronische Erschöpfungssyndrom (chronic fatigue syndrome, CSF) wird auch myalgische Enzephalopathie (ME) genannt. Anders als das Fatigue Syndrom handelt es sich beim CSF nicht nur um einen Symptomkomplex. Das CSF ist eine eigenständige neurologische Erkrankung des Gehirns. Die Hauptsymptome des chronischen Erschöpfungssyndroms sind ebenfalls geistige und körperliche Müdigkeit sowie schnelle Erschöpfung. Hinzu kommen Muskelschmerzen (Myalgien) und Kopfschmerzen. In schweren Fällen führt das CFS zu Berufsunfähigkeit oder sogar zu Bettlägerigkeit. Der Bundesverband des chronischen Erschöpfungssyndroms (Fatigatio e.V.) beschreibt die Erkrankung als einen langanhaltenden, grippeähnlichen Effekt. Daher wird als Ursache des CSF/ME auch ein Immundefekt vermutet.

Das CSF/ME ist ein schwer abgrenzbares Krankheitsbild. Ob das chronische Erschöpfungssyndrom tatsächlich als eigene Erkrankung existiert, ist außerdem umstritten. Die Diagnose CSF/ME darf nur gestellt werden, wenn alle anderen möglichen Ursachen für ein Erschöpfungssyndrom ausgeschlossen wurden. Es mehrt sich aber die Evidenz, dass es sich um eine immunologische Erkrankung handelt. Als mögliche Auslöser werden Virusinfektionen vermutet. Neue Studien zeigen, dass eine Infektion mit dem Epstein-Barr Virus (EBV) und eine verminderte Funktion der Gedächtniszellen des Immunsystems bei CSF/ME eine Rolle spielt.


Liposuktion

Zusammenfassung: Als Liposuktion (Fettabsaugung) bezeichnet man die operative Entfernung von Fettgewebe. Häufig spielen kosmetische Gründe dabei eine Rolle. Lesen Sie hier alles über die Liposuktion, wann diese durchgeführt wird, welche Risiken sie birgt und was Sie nach dem Eingriff beachten müssen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Liposuktion?

Bei der Liposuktion wird überschüssiges Fett mithilfe einer Kanüle abgesaugt. Sie wird seit den 1970er Jahren angewandt – inzwischen ist sie mit jährlich bis zu 200.000 Operationen in Deutschland eine der häufigsten kosmetischen Operationen. Man unterscheidet verschiedene Techniken der Liposuktion:

  • Feuchte Liposuktion/Tumeszens-Liposuktion: Fettabsaugung nach Spülung mit einer Mischung aus Arzneimitteln zur lokalen Betäubung, Adrenalin und Bicarbonat. Diese Technik ist Mittel der Wahl zur Fettabsaugung.
  • Trockene Liposuktion: Fettabsaugung ohne vorherige Spülung

Ultraschallbehandlungen weichen das Fettgewebe auf und und erleichtern das anschließende Absaugen. Dazu zählt die „Power Assisted Liposuction“ (PAL), die „Ultraschall-assistierende Aspirationslipektomie“ (UAL) und die „Vibrations-assistierte Liposuktion“ (VAL).

Theoretisch bietet jede Körperstelle die Möglichkeit zur Fettabsaugung in München. Oberschenkel und Bauch sind jedoch die häufigsten Bereiche.

Wann führt man eine Liposuktion durch?

Zur Beseitigung kosmetisch störender Fettpolster eignet sich das Fettabsaugen. Beine, Hüfte oder Oberschenkel („Reiterhosen“) werden am häufigsten behandelt. Die Liposuktion kann man einsetzen:

  • bei krankhafter, nicht ernährungsbedingter Fettgewebsvermehrung (z.B. Lipödem, tumor- oder hormonell bedingt)
  • als Vorbereitung bei einer plastischen Operation („Lappenmobilisierung“)
  • zur Fettgewinnung bei Eigenfetttransplantation (z.B. Narbenkorrektur)

Bei folgenden Erkrankungen sollte kein Liposuktion durchgeführt werden:

  • Embolien, Venenentzündungen, Wundheilungsstörungen, Diabetes mellitus
  • Störung der Blutgerinnung oder Einnahme gerinnungshemmender Medikamente (ASS, Marcumar, Heparin etc.)
  • Entzündungen oder Narben im OP-Bereich
  • starkes Übergewicht (BMI über 35)
  • verschiedene psychiatrische Erkrankungen

Eine oftmals bestehende Orangenhaut (Cellulite) kann durch eine Fettabsaugung meist nicht reduziert werden. Die Dellenbildung der Haut kann sich nach einem Eingriff sogar verstärken.

Liposuktion bei Übergewicht

Eine alleinige Fettabsaugung ist nicht zur Gewichtsabnahme geeignet und kein Ersatz für eine Diät oder körperliche Bewegung. Sie hat in erster Linie kosmetische Effekte.

Mittlerweile gibt es Hinweise darauf, dass das entfernte Fett im Übermaß nachgebildet werden kann. Der Mechanismus dahinter ist unklar. Vermutlich sorgen die durch das vorherige Übergewicht weiter bestehenden hormonellen Signale für den erneuten Fettaufbau. Diese können Sie am besten über eine veränderte Ernährung und verstärkte körperliche Bewegung verändern!

Was macht man bei einer Liposuktion?

Lassen Sie sich Zeit bei der Auswahl eines erfahrenen Arztes. Häufig sind dies plastische Chirurgen oder Dermatologen. Lesen Sie zum Beispiel Erfahrungsberichte im Internet oder fragen Sie Betroffene. Besprechen Sie mit ihrem behandelnden Arzt den genauen Umfang der Fettabsaugung. Äußern Sie klar Ihre Wünsche und Vorstellungen, nur dann kann er einschätzen, ob diese Ziel realistisch zu erreichen ist.

Wie bei allen anderen plastisch-chirurgischen Eingriffen sollte auch beim Fettabsaugen zwei Wochen vor der Operation auf das Rauchen und die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten verzichtet werden.

Vor der Operation wird der Arzt mit einem Stift die entsprechenden Areale zum Fettabsaugen (Oberschenkel, Bauch usw.) auf ihrer Haut markieren. Bei der Liposuktion wird dann über einen kleinen Hautschnitt eine Kanüle in das Fettgewebe vorgeschoben. Anschließend wird Spülflüssigkeit im Verhältnis 1:1 zum abgesaugten Fett eingespritzt.

Während das in der Spülung enthaltene Betäubungsmittel wirkt, sorgt das Bicarbonat für ein Aufplatzen der Fettzellen und erleichtert dadurch das Absaugen. Das Adrenalin verringert den Blutverlust. Nach einer Einwirkzeit von ungefähr einer Stunde werden Fett und Flüssigkeit abgesaugt. Insgesamt sollten nicht mehr als vier Liter Fett abgesaugt werden.

Fragen Sie Ihren behandelnden Arzt, ob ein Anästhesist die OP begleiten wird, der bei Komplikationen schnell eingreifen kann – insbesondere, wenn Sie die Liposuktion ambulant machen lassen. Der Eingriff dauert zwischen 20 Minuten und zwei Stunden.

Was muss ich nach einer Liposuktion beachten?

Noch auf dem Operationstisch wird ein Kompressionsverband oder eine feste Miederhose angelegt. Dadurch kann sich die Haut nach dem Eingriff besser zusammenziehen. Zudem verhindert der Verband, dass sich die beim Fettabsaugen entstandenen Hohlräume mit Gewebsflüssigkeit füllen oder andere sichtbare Nachwirkungen entstehen. NetDoktor interaktiv Selbsttest Sind bei mir Anzeichen einer Depression erkennbar? Heilpflanzenfinder Welche Heilpflanze verschafft mir Linderung?

Nach der OP sollten Sie 24 Stunden überwacht werden, sodass im Notfall schnell eingegriffen werden kann. Blutungen nach der Operation fallen unter Umständen nicht sofort auf. Anzeichen dafür können Schwindel, Schwäche, Übelkeit, Schwitzen oder Herzrasen sein, besonders wenn Sie sich aufsetzen. Suchen Sie sofort einen Arzt auf, wenn Sie diese Symptome nach einer Fettabsaugung bemerken.

Fahren Sie direkt nach der Operation nicht mit dem Auto. Auf Vollbäder sollten Sie für einige Wochen verzichten. Auch körperliche Anstrengungen und sportliche Aktivitäten sollten – vor allem bei größeren Eingriffen – für etwa vier Wochen ausgesetzt werden.

Nach ein bis zwei Wochen wird der Arzt die erste Kontrolle durchführen und die Fäden entfernen. Eine weitere kosmetische Kontrolle folgt nach drei bis vier Monaten, wenn die größtmögliche Hautschrumpfung eingetreten ist. Bis das endgültige Ergebnis sichtbar ist, können vier bis sechs Monate vergehen.